Initialen Michael Gerzabek

Krisenwissen Stromausfall

Urban Survival Stromausfall

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Das Stromnetz ist der Quell unserer Zivilisation, Strom treibt Geräte an, kühlt, heizt, sorgt dafür, daß die gesamte Industrie von der Gewinnung bis zum fertigen Produkt laufen kann. Aber was passiert, wenn der Strom ausbleibt?

Transformator

Stromausfall - Was bedeutet das für mich?

Stromausfall, klingt eigentlich so banal, ist aber tatsächlich eine ernstzunehmende Krise. Natürlich nicht wenn der Strom nur 2 Stunden ausfällt, aber woher will man wissen, wie lange der Strom weg ist, wenn erst mal alles dunkel ist? Stromausfall betrifft uns in so vielen Lebensbereichen, das wir da oft keine Vorstellung haben, wie sehr uns das lähmen kann und welche Auswirkungen ein Stromaiusfall auf unsere Gesellschaft und unsere gesamte Umwelt haben kann.

Deshalb werden wir hier beleuchten, wie das Stromnetz Funktioniert, und wie sich ein Stromausfall in unseren Wohnungen, in unserem Wohnort, und großflächiger, wie z.B. in einem Bundesland auswirkt.

Wie Funktioniert unser Stromnetz.

Unser Stromnetz hat viele Sicherungen. Die Kleinsten sind bei uns in der Wohnung, die grössten sind in Kraftwerken und Umspannanlagen verbaut. In einem Fehlerfall, z.B. einem Kurzschluss, schalten sie die Betroffenen Teile einfach ab.

Ein alter Sicherungskasten

In der Wohnung ist das nicht so schlimm. Wenn es im öffentlichen Stromnetz passiert, bekommen wir das oft nicht mit, weil das Stromnetz in den meisten Gebieten relativ engmaschig ist. Aber immer wieder kommt es vor, daß größere Gebiete stromlos sind, sei es durch Umweltfaktoren wie Sonnenstürme, Schnee oder durch Unfälle wie menschliches Versagen, oder einfach weil halt jedes Gerät, jedes Kabel, irgendwann einmal defekt ist.

Viele werden jetzt sagen, daß das nicht sein kann, weil sie eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, einen kleinen Windgenerator, oder ein Kraftwerk in der Nähe haben. Leider muss ich sie enttäuschen.

Alle Anlagen, die ans öffentliche Netz angeschlossen sind, egal ob die 5 KW Anlage auf dem heimischen Dach, oder das Kohlekraftwerk mit 500 Megawatt, haben eines gemeinsam:

Wenn der Strom ausfällt, schalten sie sich ab.

Ein Kraftwerk

Das muss schon aus Sicherheitsgründen so sein, weil sonst könnte man ja keine Leitung für Instandsetzungsarbeiten abschalten, bzw. im Störungsfalle würden unkontrolliert Ströme fließen. Das heißt leider auch, wenn der Strom großflächig ausfällt, fallen auch fast alle Kraftwerke aus, und lassen sich ohne ein bestehendes Stromnetz auch nicht wieder starten.

Es gibt in Europa verteilt kleinere Kraftwerke, die eine Besonderheit sind, weil sie schwarzstartfähig sind. Das heißt sie können ohne äusseres Netz anfahren und von klein an wieder ein Netz aufbauen. Aber das ist nicht so einfach wie es sich anhört. Denn man muss immer so viel Strom erzeugen, wie verbraucht wird, bzw. man muss soviel Strom verbrauchen wie erzeugt wird.

Zudem sind durch physikalische Gesetze begrenzt nur bestimmte Strommengen durch ein Kabel zu bringen. Einen Stromausfall in der Wohnung kann man leicht beheben, die Störung, z.B. ein defektes Gerät abstecken, und wieder einschalten. Bei größeren Leitungen muss man erst mal Kilometerlange Strecken absuchen, und dann den Schaden, z.B. einen Baum oder ein gerissenes Kabel ersetzen. Dafür braucht mal viel Personal und Spezialmaschinen, die auch erst herangeschafft werden müssen. Das alles führt dazu, daß zwar unser Stromnetz relativ stabil ist und gut funktioniert, es im Störungsfalle aber schnell passieren kann, daß es unter Umständen Tage dauert, im schlimmsten Falle Wochen, bis das Stromnetz wieder da ist und wir wieder Strom aus der Steckdose bekommen.

Machen wir dazu ein kleines Experiment. Keine Angst, sie müssen nichts weiter tun, als die Augen zu schließen, und wenn sie sie geschlossen haben, überlegen sie, wo haben Sie Ihr Handy? Wo ist die nächste funktionierende Taschenlampe? Und jetzt versuchen Sie das Handy oder die Taschenlampe mit geschlossenen Augen zu finden, aber Vorsichtig bitte. Haben sie das Geschafft? Gratulation! Wenn nicht, denken Sie mal darüber nach, ob Sie nicht doch vielleicht an einer Schlüsselposition eine Taschenlampe positionieren sollten. Denn wie wollen sie ohne Licht Ihren Stromverteiler in der Wohnung oder im Keller prüfen? Wie wollen sie ohne Handy eventuell Hilfe holen?

Eine Taschenlampe

Und größere Stromausfälle sind nicht so selten wie man gerne glaubt. Es betrifft nur uns persönlich kaum, weshalb wir es gerne verdrängen. Aber es gibt jedes Jahr größere Ausfälle irgendwo auf der Welt. Und da all die Anlagen, Kabel, Transformatoren nicht jünger werden, auch irgendwann mit Sicherheit bei uns.

Nur haben viele Leute keine Vorstellung, wie abhängig sie vom Strom sind, weil sie es einfach nicht wissen. Deshalb beleuchten wir in den folgenden Teilen, was denn ohne Strom nicht mehr funktioniert.

Was bedeutet Stromausfall für mich und meine Wohnung

Stromausfall in der Wohnung haben viele schon erlebt. Aber haben sie sich schon Gedanken gemacht, was wäre, wenn der Strom einen Tag, eine Woche, oder einen Monat nicht kommen würde?

Sagen wir, wir haben seit einer Minute keinen Strom. Was würde alles nicht mehr funktionieren?

Würden sie in ihrer Wohnung nachts im Dunkeln eine funktionierende Taschenlampe finden, oder ihr Handy, oder ihre Toilette? Es wäre absolut dunkel. Vielleicht haben sie Glück und es kommt von außen Licht herein. Die meisten Menschen finden sich selbst in der eigenen Wohnung im Dunkeln nur schwer zurecht, und es würde ja kein Licht und kein elektrisches Gerät mehr laufen.

Kerze

Sie können kein Gerät mehr aufladen. Wenn sie ein Festnetztelefon mit einem Stromanschluss besitzen, z.B. für einen Anrufbeantworter oder ein Mobilteil, dann können sie nicht mehr telefonieren. Radio, Fernseher fallen genauso wie das Internet aus. Die Heizung, der Herd, die Waschmaschine usw. fallen aus. Aber auch die Lüftung, die z.B. in Niedrigenergiehäusern wichtig ist, um Frischluft in das Gebäude zu leiten, fällt aus. Aufzüge, sofern nicht notstromversorgt, Garagentore, Markisen, elektrische Rollos, automatische Türen, Computer, usw sind ebenfalls ohne Funktion.

Wenn sie in einem modernen Gebäude sind, oder in einer grösseren Tiefgarage, werden sie bemerken, daß große schwere Stahltore sich schließen und Gebäudeabschnitte und Garagenabschnitte voneinander isolieren. Das sind sogenannte Brandschutztore.

Scharnier eines Brandschutztores

Wer in einem hohen Gebäude wohnt, wird spätestens ab der 10 bis 15 Etage kein Wasser mehr haben, weil die dafür benötigten Druckerhöhungspumpen ohne Strom nicht arbeiten.

Und ohne Wasser funktioniert auch keine Toilettenspülung mehr. Wer im Keller wohnt oder in tiefergelegenen Gebieten wie zum Beispiel in großen Teilen der Niederlande oder auch in großen Gebieten Deutschlands, der kann das Abwasser nicht mehr wegpumpen weil auch die Hebeanlagen dafür ausgefallen sind. Wer einen Brunnen hat, kann kein Wasser mehr herauspumpen, außer er hat eine Handpumpe.

Hilfe Wasser!

Wer mit Strom kocht, kann nicht mehr kochen, es kann kein Warmwasser mehr bereitet werden. Wer Aquarien oder Terrarien hat, wird feststellen, daß auch sie ausfallen. Die meisten Überwachungssysteme wie Kameras usw. fallen aus, weil sie keinen Strom mehr haben, oder weil die Rechner, die die Daten verarbeiten, ausgefallen sind.

Sagen wir, wir haben seit einem Tag keinen Strom, was würde alles nicht mehr funktionieren?

Kühlschrank und Tiefkühler sind aufgetaut. Wohin mit den Lebensmitteln? Sie können sie nicht zubereiten. Das Warmwasser, wenn es in einem Speicher war, ist verbraucht, oder ausgekühlt. Wer Nachtspeicheröfen hat, wird feststellen, daß diese entladen sind. In grösseren Gebäuden werden die Notstromaggregate, die die Lüftung und Aufzüge in Betrieb hielten, langsam leer. Sämtliche Notbeleuchtungen sind ausgefallen oder fallen demnächst aus. Zugangskontrollsysteme usw. fallen aus. Das Handy wird langsam leer, und sie können es nicht aufladen. Die meisten Alarmanlagen fangen an auszufallen. Zwar sollten die Batterien für 3 Tage reichen, aber in der Praxis sind die meisten Anlagen mangels Wartung, oder weil die Batterien einfach schon verbraucht sind, nach 1 Tag leer.

Im Winter werden sie feststellen, daß die Wohnung oder das Haus jetzt schon sehr kühl sind. Aber sie haben keine Wärmequelle mehr. Sie können nicht heizen. In der Tiefgarage oder im Keller sammelt sich unter Umständen Wasser an, sei es Grundwasser oder Abwasser das nicht weggepumpt wird, oder von benachbarten Gebäuden zu ihnen zurückfließt.

Sagen wir wir haben seit 3 Tagen keinen Strom, was würde alles nicht mehr funktionieren?

Jetzt sind mit Sicherheit alle Alarmanlagen leer, auch alle Notstromaggregate sind aus, sofern sie nicht nachgetankt wurden. Sie haben seit drei Tagen keine Warme Mahlzeit, ausser sie gehören zu den Wenigen, die einen Holzofen oder ähnliches haben. Sie haben schon seit drei Tagen kein Wasser für Dusche, Toilette oder zum Reinigen des Geschirrs. Wer auf Aufzüge oder ähnliches angewiesen ist, kann eventuell die Wohnung nicht verlassen, und hat keine Vorräte mehr. So langsam beginnt die Zeit des Hungers und der Kälte, falls es Winter ist. Sollte es in der Wohnung oder dem Haus unter null Grad abkühlen, wird das Restwasser in den Leitungen und der Heizung die Rohrleitungen zerstören.

Jetzt sind wir bei Tag drei, ohne Radio und ohne Nachrichten von aussen wissen sie nicht was vorgeht. Kommt der Strom bald wieder? Wie lange kann es noch dauern? Was ist überhaupt passiert? Sie werden mit Sicherheit langsam in einen Ausnahmezustand kommen, der sie physisch und psychisch an ihre Grenzen bringt. Vielleicht haben sie Glück, und der Bekannte 3 Strassen weiter hilft ihnen, weil er noch Strom hat, aber was, wenn die nähere Umgebung auch betroffen ist? Nun, das sehen wir uns im nächsten Teil dieser Serie an.

Was bedeutet Stromausfall für die Ortschaft in der ich lebe und die nächstgrössere Stadt

Eine Ortschaft ist wie ein lebendes Wesen. Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Kommunikation, Beleuchtung, Verkehrsleitsysteme wie Ampeln aber auch die Lüftung und Beleuchtung in Tunnels wird mit Strom angetrieben. Was bedeutet ein Stromausfall für einen Wohnort oder eine grössere Stadt?

Sagen wir, wir haben seit einer Minute keinen Strom, was würde alles nicht mehr funktionieren?

Alle öffentlichen Verkehrsmittel wie U-Bahn, Strassenbahn usw. stehen still, Die Bahn selber könnte vielleicht noch fahren, da sie größtenteils ein eigenes Netz hat, aber die Bahnhöfe sind betroffen. Also ist es bei der Bahn nur eine Frage der Zeit, bis auch sie steht.

Rolltreppe in einer U-Bahn

Die meisten Aufzüge, Rolltreppen, automatischen Türen stehen still. Kassen und Bankomaten funktionieren nicht mehr. Das Mobilfunknetz fängt an auszufallen. Bisher aber nur in kleinen Bereichen. Kabelfernsehen und Internet sind weg, weil all die Verstärker usw ausfallen. Ampelanlagen, Tunnelbelüftungen usw fallen aus. Sollte es Nacht sein, wird es dunkel werden, weil keine Beleuchtung mehr funktioniert. Tiefgaragen haben keine Belüftung mehr, die Ausfahrtsschranken fallen aus, auch ein Großteil deren Beleuchtung ist dunkel. 

Sie können nicht mehr tanken, weil auch alle Tankstellen ausfallen. Sie können nicht mehr einkaufen, weil die Supermärkte ohne Strom schließen müssen und auch die Kassen nicht mehr funktionieren.

Bei allen Notdiensten, sofern sie ohne Internet erreichbar sind, läuten jetzt alle Alarmglocken. Personen müssen aus Aufzügen befreit werden, reihenweise werden Systeme Störmeldungen abgeben, Server und Computer in Firmen und in Büros fallen aus. Krankenhäuser müssen auf Notstrom umstellen, das heißt, alle nicht dringenden Operationen werden abgesagt. Neue Patienten werden nur eingeschränkt aufgenommen oder nur ambulant behandelt.

Die Notrufnummern werden heillos überlastet sein. Polizei und Feuerwehr müssen Leute befreien, den Verkehr Regeln usw.

Die Produktion in vielen Industrieanlagen steht still, insgesamt kommt die Arbeit zum erliegen.

Alles in allem fallen große Teile der Infrastruktur aus, bis auf die wenigen, die Notstromversorgt sind.

Sagen wir wir haben seit einem Tag keinen Strom, was würde alles nicht mehr funktionieren?

Viele Tunnel wären jetzt gesperrt, weil ohne Belüftung einfach kein Durchfahren mehr möglich ist. Die meisten Mobilfunkstationen fallen aus, weil die Batterien leer sind. Grössere Stationen haben Notstromaggregate, aber meist nur für einen Tag Treibstoff.

Gas und Fernwärme sind am Ausfallen, weil die dafür notwendigen Reglerstationen zum größten Teil stromlos sind.

Flugzeug durch Fensterscheibe mit Regen

Flughäfen und Bahnhöfe haben den Betrieb eingestellt. Die Ware in Tiefkühlern und in Kühlregalen in Supermärkten ist aufgetaut und muss entsorgt werden.

Die Notbeleuchtung, die batteriegestützt ist, ist leer. Das bedeutet, daß das bisschen Licht, das in Tiefgaragen, Kellern und öffentlichen Gebäuden noch vorhanden war, seit Stunden weg ist.

Auf den Strassen fängt das Chaos zu herrschen an, weil es nirgends Treibstoff gibt und alle Verkehrssysteme ausgefallen sind, und die Polizei und die Feuerwehr nicht überall den Verkehr regeln können.

An den Bahnhöfen und den Flughäfen sind tausende Menschen gestrandet. Viele Menschen möchten mit dem Auto, mit der Bahn, oder anderen Verkehrsmitteln nach Hause. Aber die Strassen sind verstopft, öffentliche Verkehrsmittel fahren nur noch mit Bussen, und ob und wie sie durchkommen ist fraglich.

Stellen sie sich den Tag vor einem langen Wochenende vor, an dem alle Heimfahren, und kombinieren sie das mit wegen Unfällen gesperrten Strassen, und mit stillstehenden öffentlichen Verkehrsmitteln, und sie können sich vorstellen, was es bedeutet, jetzt von Punkt A nach Punkt B reisen zu müssen.

In den meisten Gebieten fällt die Trinkwasserversorgung aus, weil die dafür notwenigen Reglerstationen und Pumpen Stromlos sind.

Viele Krankenhäuser müssen jetzt überlegen, ob sie noch Patienten aufnehmen, denn ohne Versorgung von außen mit Wasser, Nahrungsmitteln, Treibstoff usw. können sie sie nicht versorgen, weder medizinisch noch mit Nahrung, Wasser und Medikamenten.

Rettungsdienste, Polizei und Feuerwehr sind im Volleinsatz, um all die Leute aus Aufzügen, aus Zügen usw. zu retten, und um den Verkehr zu regeln.

Alles in allem kann man sagen es herrscht Chaos.

Sagen wir wir haben seit drei Tagen keinen Strom, was würde alles nicht mehr funktionieren?

Die letzen vielleicht noch offenen Geschäfte schließen jetzt mit Sicherheit. Sie können nicht mehr beliefert werden. Auf den Straßen herrscht Chaos. Es gibt keinen Treibstoff mehr. Auch der Polizei und dem Rettungsdiensten geht langsam der Treibstoff aus. Auch das Personal wird immer knapper. Nahezu alle Gebäude und Einrichtungen, die bisher mit Notstrom überleben konnten, fallen aus, weil zum einen meistens nur für 24 - 72 Stunden Treibstoff vor Ort gelagert wurde, und dieser jetzt zu neige geht, und zum anderen Nachlieferungen durch gesperrte Tunnel, verstopfte Strassen usw. nicht mehr stattfinden kann.

Die Kommunikation bricht zusammen und fällt jetzt endgültig aus. Alarmanlagen, Überwachungsanlagen, sei es in Einkaufsläden oder in Industriebetrieben zur Überwachung gefährlicher Stoffe, fallen mangels Strom aus, vielerorts gehen spätestens jetzt die Plünderungen los, da Polizei und Sicherheitsdienste überlastet sind, und Alarmanlagen still stehen.

In ersten Industrieanlagen wird es kritisch. Viele Chemische Produkte müssen auf bestimmten Temperaturen gehalten werden, um stabil zu bleiben. Ohne Kühlung oder Heizung könnte es zu Gasaustritten, Bränden, oder explosiver Verpuffung kommen.

Tunnel die sich unter Grundwasserniveau befinden, laufen voll Wasser, weil die Pumpen, die sie trocken halten, nicht mehr laufen, und die Überwachungsanlagen die bei einem Ausfall Alarm geben, ebenfalls ausfallen.

Die Kläranlagen und die Rückhaltebecken sind voll, weshalb das Abwasser ungeklärt in Flüsse eingeleitet wird bzw. abläuft. In die Flüsse kommen erhebliche Mengen Abwässer und chemische Verunreinigungen.

Da es vielerorts kein Trinkwasser gibt, sind die hygienischen Zustände entsprechend. Keine Dusche, keine Toilette. Den meisten Menschen geht jetzt auch schon der Nahrungsmittelvorrat zur Neige.

Im Winter ist es besonders schlimm, da keine Heizungen mehr funktionieren. In den Wohnungen wird es kalt. Viele Menschen werden alte Öfen und Kamine in Betrieb nehmen. Diese sind oft seit Jahren nicht geprüft worden. Zudem werden die Leute anfangen die Wohnungen abzudichten um weniger Wärme zu verlieren, das Feuer zerrt aber den Sauerstoff auf, nicht wenige werden ersticken oder an Kolenmonxidvergiftungen sterben.

Gebäude, die nur über eine Lüftung mit Luft versorgt werden, moderne Wohngebäude oder Bürogebäude zum Beispiel, müssen jetzt evakuiert werden, gleiches gilt eigentlich für Gebäude in denen die sanitären Einrichtungen nicht mehr funktionieren. Nur wer soll diese Menschen evakuieren, und wohin?

Aber es gibt auch gute Nachrichten, solange nur begrenzte Gebiete betroffen sind, kann man damit rechnen, daß nach 1 bis 5 Tagen Hilfe von außen kommen wird, sofern es die Witterungsverhältnisse zulassen.

Was bedeutet Stromausfall für ein Bundesland oder Land

Sagen wir wir haben seit einer Minute keinen Strom, was würde alles nicht mehr funktionieren?

Im Prinzip gilt das gleiche wie für eine Ortschaft, oder eine grössere Stadt, nur in größerem Umfang. Es sind jetzt nicht ein paar Tausend oder Zehntausend Personen betroffen, denen man vielleicht von ausserhalb helfen muß, sondern Millionen. Behörden und Rettungsdienste werden von der ersten Minute an restlos überfordert sein.

Atomkraftwerk

Kraftwerke im ganzen Land schalten sich automatisch ab, da viele Netze Länderübergreifend verbunden sind. Es ist sehr wahrscheinlich, daß ein Stromausfall in einem Land auch andere Länder beeinträchtigt, oder dort ebenfalls zum Black Out führt. Viele glauben das kann nicht sein, aber Italien erzeugt z.B. nicht genug Strom. Italien kauft immer Strom aus dem Rest Europas ein. Frankreich kauft gerade in den Wintermonaten, aber auch während der heißen Sommermonate, Strom aus Deutschland.

Das Land würde dunkel werden. Sämtliche Beleuchtungen fallen aus. Das Internet ist auch sofort weg, weil viele Netzwerkkomponenten nicht Notstromversorgt sind. Noch wären die Leute nicht verunsichert, und über ein Autoradio oder ein bateriebetriebenes Radio kann man noch Nachrichten hören. Allerdings dürfte in den ersten Minuten gar nicht klar sein, wie groß die Ausfälle sind.

Man kann allgemein sagen, daß das Land anfäng,t runterzufahren. Viele Fertigungsbetriebe stehen still. Viele Industriezweige fallen aus. Noch werden alle denken, daß es eventuell nur Minuten dauert, bis alles wieder läuft, und warten geduldig ab. Aber was wenn der Strom länger nicht mehr kommt?

Sagen wir wir haben seit einem Tag keinen Strom, was würde alles nicht mehr funktionieren?

Das Land stände still. Die meisten noch funktionierenden Industriebetriebe haben ihre Produktion einstellen müssen, weil die Notstromversorgung nur für die wichtigsten Systeme reicht. Alle Flughäfen wären geschlossen. Die meisten Züge ständen still. Die Bahn hat zwar in den meisten Ländern ein eigenes Netz, aber ohne funktionierende Bahnhöfe und mit dem Risiko, daß auch das Bahnnetz ausfallen kann, wird die Bahn stillgelegt und die Züge halten am nächsten Bahnhof.

Hunderttausende Menschen sitzen über das ganze Land verteilt in Bahnhöfen und Flughäfen fest, und es gäbe keine Möglichkeit, sie wegzubringen, weil außer ein paar Bussen keine Verkehrsmittel mehr funktionieren. Und da es auch keine funktionierenden Hotels gibt, kann man sie auch nicht dorthin schicken. Alle batteriegestützten Notbeleuchtungen sind ausgefallen. In den meisten Gebäuden ist damit die letze Lichtquelle weg.

Alle Notrufleitungen sind überlastet, weil fast jeder versucht, verzweifelt zu erfahren, was los ist und versucht Hilfe zu erhalten. Tausende von Menschen sitzen immer noch in Aufzügen, Zügen und U-Bahnen fest.

Die Kommunikation fängt an zusammenzubrechen. Fast alle Sende und Empfangsanlagen für den Mobilfunk fallen aus, weil die Batterien leer sind. Nur größere Sendeeinheiten haben Notstromversorgung.

Alle Supermärkte sind geschlossen. Sie können nirgends mehr bargeldlos bezahlen. Es gibt keinen Treibstoff mehr. Das alles kennen wir von der Ortschaft, nur kann man diesmal nicht einfach ein paar km weiterfahren um dort zu tanken oder einzukaufen. Millionen von Menschen bekommen langsam Panik und fangen an, darüber nachzudenken, wo sie Wasser und Nahrung herbekommen und was sie mit den auftauenden Dingen aus den Tiefkühlern machen sollen.

Die wenigen, die ein batteriebetriebenes Radio haben, werden langsam aber sicher erfahren, wie groß die Ausfälle sind, und werden nur hören, daß an den Problemen gearbeitet wird. Langsam aber sicher wird den meisten Menschen klar werden, daß ein Landesweiter Stromausfall nicht schnell behoben sein wird.

Der Stromausfall dauert jetzt schon 3 Tage, was tut sich im Land?

Gelinde gesagt herrscht Chaos. Die allermeisten Gebiet haben kein Trinkwasser, es gibt keine Nahrungsmittel zu kaufen und keinen Treibstoff. Die meisten Notstromaggregate sind mittlerweile durch defekte oder Treibstoffmangel ausgefallen. Viele Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen stehen endgültig still.

Intensivstation

Zwar können Krankenhäuser mit externen Generatoren ebenfalls versorgt werden, diese müssen aber erst mal hintransportiert werden und benötigen ebenfalls Treibstoff, der nur noch in sehr begrenzten Mengen vorhanden ist. Kraftwerke die auf Kühlung angewiesen sind, wie z.B. Atomkraftwerke, aber auch viele Industriebetriebe die ihre Chemischen Grundstoffe kühlen müssen, stehen vor dem Problem, daß sie diese Kühlung nicht mehr aufrechterhalten können. Dadurch drohen Kernschmelzen und Explosionen.

Die Allermeisten Rückhaltebecken für die Kanalisation sind jetzt voll. Das Abwasser wird ab jetzt oder in den nächsten 1 bis 2 Tagen in Flüsse und Seen abgeleitet. Fischsterben und verseuchtes Wasser sind die Folge.

Tunnel die unter dem Grundwasserspiegel liegen, fangen an vollzulaufen. Gebiete in den Niederlanden oder in Deutschland, die ebenfalls unter dem Grundwasserspiegel liegen, fangen ebenfalls an unterzugehen. Städte an den Küsten, die Fluttore haben, die bei Flut das Wasser zurückhalten, können diese eventuell nicht öffnen, die Flüsse stauen sich zurück, es kommt zu Überflutungen.

Warneinrichtungen wie Sirenen funktionieren nicht mehr.

Sirenen

Die letzen Kommunikationsmöglichkeiten fallen aus, weil den letzen Sendern der Treibstoff ausgeht. Ab jetzt gibt es erst mal keine Nachrichten mehr. Es wird zwar daran gearbeitet, das Stromnetz wiederherzustellen, aber es wird unter Umständen Wochen dauern, bis alle wieder Strom haben, da man das Netz nur in kleinen Abschnitten wieder hochfahren kann, und es unter Umständen schon mehrere Tage dauern kann bis alle Hochspannungsleitungen wieder Betriebsbereit sind.

Zudem dauert es Stunden bis Tage bis grössere Kraftwerke wieder hochgefahren sind. Kraftwerke benötigen zuerst Strom aus dem öffentlichen Netz, damit all die Geräte und Systeme laufen, die zum hochfahren notwendig sind.

Es wird landesweit Plünderungen in Supermärkten und Geschäften geben, um an Nahrungsmittel, Wasser oder an Tauschmittel wie Schmuck, Zigaretten oder ähnliches zu kommen. Viele Menschen die auf Medikamente angewiesen sind, können diese nicht mehr bekommen, weil die ganze Lieferkette zusammengebrochen ist.

Es wird leider viele Menschen geben, die sterben, weil sie z.B. nicht aus den Aufzügen befreit wurden, weil sie ohne Strom die notwendigen medizinischen Geräte nicht betreiben konnten, weil sie alleine leben und kein Trinkwasser mehr haben.

Immer noch sitzen Hunderttausende an Bahnhöfen und Flughäfen fest, weil sie nicht wegkönnen. Sie können dort aber auch nicht mehr versorgt werden. Die wenigen Automaten die Nahrungsmittel oder Getränke enthalten, sind längst leer.

An vielen Stellen wird es unkontrolliert brennen, weil Menschen versuchen mit Feuer Nahrung zuzubereiten oder zu Heizen, falls es klalt ist. Ohne ausreichende Wasserversorgung wird aber kaum jemand diese Brände löschen. Die Feuerwehr ist auch überlastet. Schlimmstenfalls breiten sich diese Brände im städtischen Bereich unkontrolliert aus.

Wie es weitergeht? Niemand weiß es wirklich, aber es kann bis zu zwei Wochen oder länger dauern, um in einem Land wie Deutschland wieder überall Strom hinzuleiten. Bis dahin ist soviel zerstört, daß es wahrscheinlich Monate bis Jahre dauert, die Schäden zu beheben.

Welche Erkenntnisse ziehen wir daraus?

Strom ist das Blut unserer Gesellschaft. Ohne Strom bricht das gesellschaftliche Leben zusammen. Es gibt keine Zivilisation mehr, weil alles was wir benutzen, angefangen vom Toaster bis hin zur Kommunikation und der Versorgung unserer Grundbedürfnisse von Strom abhängig ist.

Wenn sie bis hierher gelesen haben und jetzt meinen, das ist nicht möglich, muß ich sie enttäuschen. Es gibt eine ganze Liste von Stromausfällen. Nur verdrängen wir es, wenn wir nicht selber betroffen sind.

Aber ich nenne gern ein paar Beispiele um ihnen zu zeigen, wie leicht und schnell sowas passiert:

03.06.2018 - Deutschland
Stromausfall am Flughafen Hamburg wegen eines Kurzschlusses. Der Flugbetrieb muss für über einen Tag eingestellt werden

31.03.2015 - Türkei
Durch den Ausfall mehrerer Kraftwerke bricht fast im ganzen Land die Stromversorgung zusammen. 76 Millionen Menschen mussten bis zu 9 Stunden ohne Strom auskommen.

31.07.2012 - Indien
600 Millionen Menschen sind von fast landesweiten Stromausfällen betroffen. Als Ursache gilt Überlastung des Stromnetzes.

08.09.2011 - USA, Mexiko
Aufgrund einer Panne bei einer 500-Kilovolt-Leitung zwischen Kalifornien und Arizona kam es in Kalifornien, Arizona und im Norden von Mexiko zu einem Stromausfall, von dem 5,7 Millionen Menschen betroffen waren.

26.08.2008 - Florida/USA
Durch einen Störfall in einem Umspannwerk in Florida bricht die Energieversorgung im Großraum Miami zusammen. Das in der nähe gelegene Atomkraftwerk schaltet sich automatisch ab. Durch den Stromausfall fallen acht Weitere Kraftwerke aus, über 3 Millionen Menschen sind betroffen.

04.11.2006 - Europa
Um 22:09 Uhr kam es zu einem größeren Stromausfall in Europa. Teile von Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien, Österreich, Spanien waren teilweise bis zu zwei Stunden ohne Strom. Ursache war eine geplante Abschaltung einer 400 Kilovolt-Leitung. 10 Millionen Haushalte waren betroffen.

25.11.2005 - Deutschland
Nach heftigen Schneefällen ereignete sich im Norden Nordrhein-Westfalens sowie in Teilen Südwest-Niedersachsens einer der größten Stromausfälle in der Geschichte der Bundesrepublik. Besonders betroffen war das westliche Münsterland. Von rund 250.000 betroffenen Menschen waren viele bis zu drei Tage lang völlig ohne Strom, einzelne Gehöfte und Ortschaftsteile mußten bis zu fünf Tage warten, bis sie wieder Strom hatten.

22.06.2005 - Schweiz
Wegen Bauarbeiten fällt die Stromversorgung für das gesamte Eisenbahnnetz in der Schweiz aus. über 200.000 Menschen sitzen im Hochsommer in den Zügen ohne Klimaanlage fest. Es dauert drei Stunden um das Netz wieder hochzufahren.

12.07.2004 - Athen/Griechenland
In ganz Athen fällt durch Überlastung für Stunden der Strom aus.

28.09.2003 - Italien
In fast ganz Italien fällt der Strom aus, weil auf Schweizer Gebiet ein Baum einen Kurzschluss in einer Hochspannungsleitung verursacht.

14.08.2003 - USA/Kanada
Durch mangelnde Wartung und Überlastung fallen in Teilen Kanadas und größeren Teilen der USA der Strom aus.

13.03.1989 - USA/Kanada
Für neun Stunden fällt in großen Teilen der nördlichen USA und in Teilen von Kanada der Strom aus, Ursache ist ein Sonnensturm. Betroffen sind 6 Millionen Menschen, die ohne Strom und Fernwärme im Winter aushalten müssen.

Man könnte diese Liste fast endlos fortsetzen, aber ich wollte nur mit den größeren Ereignissen aufzeigen, wie schnell es viele Menschen betreffen kann. Und nicht immer geht es ohne grössere Folgen aus.

Stellen wir uns abschließend die Frage, ob wir etwas tun können, falls es einmal zu einem Stromausfall kommt?

Jeder von uns kann etwas tun. Und das fängt mit Kleinigkeiten an. So sollte der Zugang zum Stromverteiler in der Wohnung oder im Haus nicht verstellt sein, der Verteiler sollte zugänglich sein. Haben sie immer eine oder mehrere Taschenlampen betriebsbereit an ausgewählten Stellen, die sie leicht finden und erreichen können. Sei es im Nachtkästchen, oder im Flur.

Prüfen sie diese Taschenlampen regelmässig, und halten sie auch Erstatzbatterien vorrätig. Lernen sie ihr Stromsystem kennen. Beschriften sie es ordnungsgemäß, damit sie wissen, welche Sicherung für welchen Bereich ist. Seien sie sich bewußt wo sich ihr nächster Stromverteiler, wo sich ihr Hauptverteiler, und wo sich ihr Stromzähler befindet und wie diese abgesichert sind.

Sind sie in der Lage, diese Sicherungen selber zu wechseln? Haben sie Ersatzsicherungen? Wenn sie das geschafft haben, sind sie vermutlich schon besser vorbereitet als 95 Prozent der Menschen.

Aber sie können noch mehr machen. Sie könnten Seminare besuchen wie z.B. Das Urban Survival Seminar, wo sie lernen, wie sie sich im Krisenfall verhalten müssen. Sie könnten sich ein paar Konserven und einen Gaskocher zulegen. Sie könnten ein paar Getränkeflaschen mehr einlagern, damit sie für einige Tage Nahrung und Wasser haben. Das alles kostet nicht viel, kann ihnen aber in einer Krise helfen, und ihnen und ihrer Familie das Leben retten.

Ich wünsche ihnen viel Erfolg dabei, und alles Gute. Denn eines ist sicher: früher oder später werden auch sie von einem Stromausfall betroffen sein, von dem sie aber erst hinterher wissen wie lange er gedauert hat. Hoffenltich wird er nur einige Minuten dauern. Das kommt fast jährlich vor. Vielleicht dauert er aber auch mehrere Tage an. Seien sie vorbereitet und lernen sie sich selbst zu helfen und sich und ihre Familie zu schützen.

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