Die 3 Hauptkriterien für das Mikroklima beim Biwakieren

Nicht nur in meiner ersten Biwaknacht im Alter von 12 Jahren wurde ich von den Elementen belehrt. Es folgten noch viele weitere Biwaknächte, an denen ich mitten in der Nacht unliebsam geweckt wurde. Mal tropfte Wasser ins Gesicht, ein anderes Mal rumpelte es vor der Türe. Und sehr oft war es einfach nur die Kälte, die in meine Knochen zog.

Wie man sich bettet, so liegt man, heißt es im Volksmund. Und jede Biwaknacht beginnt mit der Auswahl des richtigen Platzes. Dass man Mulden, Nähe zum Wasser, schiefe Flächen usw. meidet ist klar. In Punkto Sicherheit geht man ebenfalls keine Risiken ein. Jeder weiß, dass exponierte Stellen bei Gewitter nicht sicher sind. Sturzgefährdete Bäume, Steinschlag, Lawinen, unliebsames Getier, … Die Liste ist lang.

Was aber oft vernachlässigt wird, ist das Mikroklima. Der Hund liegt nämlich wie immer im Detail begraben. Details sind Mikrouniversen, die aber einen gewalten Unterschied im Endergebnis haben. Ich habe bei jeder Temperatur draußen geschlafen und ich habe oft ohne Schlafsack draußen geschlafen und kenne meinen Körper sehr gut. Ich weiß, bis zu welcher Temperatur ich ohne Schlafsack oder Decke draußen noch gut schlafen kann. Ich weiß die exakte Temperatur, bei der ich mich nur mit einem Tuch zudecken muss.

Bei all diesen Tests, habe ich herausgefunden, dass wenige Grade Temperaturunterschied auch einen enormen Unterschied im Schlafkomfort ausmachen. Für manche mag das Übertrieben erscheinen. Aber wer an das Wachstum von Pflanzen denkt, wird merken, dass ein Mikroklima Wunder wirkt.

Auf Permakulturflächen, die exakt nach dem Prinzip der Mikroklimata angelegt sind, wachsen sogar auf 1.500 Meter Seehöhe noch subtropische Pflanzen. Also warum soll das auf das Biwakieren keinen Einfluss haben?

Ich habe es getestet und es macht den Unterschied schlechthin.

Hier sind die 3 Hauptfaktoren, die das Mikroklima beim Biwakieren beeinflussen:

  1. Sonne
  2. Untergrund
  3. Topographie

1. Die Sonne bringt Wärme. Außerhalb von Wüstenzonen geht es darum, die wärmsten Plätze für die Nacht zu finden. Sobald die Sonne untergeht, gibt es allerdings keine Wärme mehr. Deshalb ist auch der Untergrund entscheident.

2. Der Untergrund kann die Wärme der Sonnenstrahlen mehr oder weniger gut speichern.

Biwak Mikroklime Biwakplatz

Biwak Mikroklime Biwakplatz Wärmebild

Das sieht man hier auf der Wärmebildaufnahme sehr gut. Es handelt sich um die gleiche Stelle und man kann sehen, dass es Temperaturunterschiede von bis zu 10 Grad Celsius und mehr gibt. Beim Untergrund gibt es mehrere Faktoren, die das Abspeichern von Wärme beeinflussen:

  • Das Material
  • Die Farbe
  • Die Ausrichtung zur Sonne

3. Die Topographie ist ebenfalls sehr wichtig. Hier geht es um Luftbewegungen wie Kaltluftseen in Mulden oder Berg- und Talwinde.

Du kannst alles über Beobachtung und Erfahrung lernen. Wenn du die wichtigsten Prinzipien über Mikroklimata kennst, wird das einen enormen Einfluss auf deine Schlafqualität haben. Mir ist klar, dass das nur ein kleiner Überblick und eine kleine Auswahl ist. Das Thema ist endlos, aber mit dem Grundverständnis wirst du einen guten Ausgangspunkt für eigene Beobachtungen haben.

Zusammenfassung

  • Achte beim Biwakplatz auf Wärmespeicher. Felsen und Steine sind die Besten. Sie halten die Wärme am längsten.
  • Achte auf mögliche Kaltluftseen.
  • Achte auf Luftbewegungen, die durch den Stand der Sonne ausgelöst werden (Berg- und Talwinde)
  • Achte auf den Untergrund und seine Isolierfähigkeit. Je kompakter der Boden, desto kälter ist er.

Hast du schon eigene Beobachtungen über das Mikroklima gemacht? Lass es uns doch wissen und schreibe es in den Kommentar.


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